Vasaloppet 2026 – Das sagen die Zahlen
Für die Ungeduldigen: hier geht’s direkt zur Analyse…
Auch 2026 war wieder eine Handvoll Doppelstöckler im schwedischen Dalarna unterwegs. Neunzig Kilometer verschneite Fichtenwälder, trockene Kardemummbullar getunkt in Blåbärssoppa, und irgendwo zwischen Evertsberg und Oxberg realisieren, dass es doch noch ein gutes Stück bis Mora ist. Das Wetter spielte mit – blauer Himmel am Tag vor und nach dem Rennen – am Renntag eher grau mit 15 cm Neuschnee. Die etwas langsameren Verhältnisse haben wir naturgemäss positiv interpretiert: grössere Chancen, einen Järv zu erspähen…
Die obligatorische Diskussion nach dem Zieleinlauf
Wer schon einmal in Mora eingelaufen ist, kennt das Ritual: Bier unter der Dusche mit 100 anderen Vasaläufern/-innen - und schon beginnt die Analyse. Kernthemen in etwa so:
Kick-Wax oder Double Poling? – eine Frage, die unsere Gruppe seit Jahren in zwei unversöhnliche Lager spaltet und die auch 2026 zu keinem belastbaren Konsens führte.
Wer holt die Medaillen? – die begehrte Auszeichnung für alle, die innerhalb des 1,5-fachen der Siegerzeit ins Ziel kommen.
Wie schwer war es diesmal? – eine fast schon rhetorische Frage. In Mora einzulaufen ist nie einfach. Das muss jedes Jahr von Neuem verdient werden.
Doch in diesem Jahr gesellte sich eine neue Zahl zu diesen altbekannten Debatten. Eine, die aufhorchen liess: über 20% der gestarteten Läuferinnen und Läufer kamen nicht ins Ziel – ein Rekordwert an DNFs (Did Not Finish), der so noch nie dagewesen war. Sofort stand die Frage im Raum: War der Vasaloppet 2026 etwa das härteste Rennen der letzten Jahre?
Und dann – nach dem zweiten Norrlands Guld – meldete sich auch die andere, schon länger schwelende Frage zu Wort. Mehrere in unserer Runde, die den Vasaloppet nicht zum ersten Mal absolviert haben und auf einige Medaillen zurückblicken, hegen seit Jahren das Gefühl: Es war früher irgendwie einfacher, eine Medaille zu holen. Einbildung? Nostalgie? Erschöpfung? Oder steckt da mehr dahinter?
Was die Daten sagen
Genug Kaffeesatz-Leserei. Wir haben uns hingesetzt und geschaut, was die Zahlen wirklich hergeben. Auf vasaloppet.se sind alle Resultate seit der ersten Austragung öffentlich zugänglich. Wir haben die Daten der letzten paar Jahre analysiert – 238'492 Einzelresultate, die einiges zu erzählen haben.
Was dabei herausgekommen ist, haben wir in einer kleinen, aber methodisch solide untermauerten Analyse zusammengefasst. Spoiler-frei: der Rekord-DNF und die schwindende Medaillenquote haben sehr wohl eine Erklärung. Aber die ist nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint.
→ Die vollständige Analyse gibt’s [hier als PDF].
Die Diskussion über Kick-Wax versus Doppelstock führen wir nächstes Jahr in Dalarna weiter.